Lassen Sie sich vom Strom der digitalen Kreativität mitreißen
Wir sind in ein flüssiges Zeitalter eingetreten – geprägt von permanenter Veränderung und dem ununterbrochenen Strom von Informationen, Bildern und Klängen. In diesem Kontext hat sich eine Branche in den vergangenen zwanzig Jahren bemerkenswert entwickelt: die digitale Kreativwirtschaft. Sie bespielt unsere Bildschirme und Ohren, versetzt uns in immersive Welten – von Videospielen bis zur digitalen Kunst, von Videomapping bis zu phygitalen Anwendungen, von sozialen Medien bis zu Streaming-Plattformen, Podcasts und immersivem Kino – und verwandelt sogar unsere Städte in lebendige Medien.
Mit einem Umsatz von rund 477 Milliarden Euro, einem Anteil von knapp 3,95 % an der gesamten Wertschöpfung und mehr als 8 Millionen Arbeitsplätzen in der EU zählen Kultur- und Kreativwirtschaft zu den tragenden Säulen der europäischen Wirtschaft: vielfältig, geprägt von einer hohen Dichte kleiner und mittlerer Unternehmen und einer Vielzahl an Arbeitsstellen – und nach den Worten der Europäischen Kommission in ihrer Industriestrategie „entscheidend für Innovation“.
Eilmeldung: Diese allgegenwärtige Branche blüht nun in einer Region auf, die an der Schnittstelle von Frankreich, Belgien, Deutschland und Luxemburg liegt – der Großregion. Ein grenzüberschreitendes Gebiet, so grün wie hügelig, durchflossen von Rhein, Saar, Maas und Mosel: 65.000 km² üppiger Landschaft, die vier Länder, sechs Regionen, zwölf Millionen Einwohner und drei Sprachen vereint – mit einer Rekordzahl von 274.400 Grenzgängern im Jahr 2023.
Diese Region steht für ein einzigartiges historisches Erbe: Als „Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ (EGKS) war sie in den 1950er Jahren die Wiege des europäischen Einigungsprojekts. Heute ist dieselbe Region in der Lage, eine neue Form europäischer Integration zu gestalten – durch Kreativität, Kultur und immersive Technologie.
Städtische Kreativzentren prägen dieses Gebiet: Luxemburg, Differdange, Esch-sur-Alzette, Saarbrücken, Mainz, Trier, Lüttich, Namur, Mons, Nancy, Châlons-en-Champagne, Metz und Straßburg bilden ein vielschichtiges Netz kreativer Kompetenz und ergänzender Profile inmitten einer Region voller Zeugnisse der industriellen Revolution.
Die digitale Kreativrevolution stellt uns vor Herausforderungen neuer Art:
- Die Weiterentwicklung kreativer Berufe und den Schutz geistigen Eigentums im Zeitalter generativer künstlicher Intelligenz;
- die Größe der Märkte und die grenzüberschreitende Verbreitung von Werken und Produktionen;
- die Leistungsfähigkeit digitaler Infrastrukturen im globalen Wettbewerb;
- der Schutz kreativer Biodiversität, kultureller und technologischer Souveränität sowie die Auffindbarkeit lokaler Produktionen;
- Kompetenzaufbau und Wissenstransfer in einem Kontext permanenter Innovation;
- zunehmend hybride Wirtschaftsmodelle;
- der Transfer kreativer Innovationen in Bereiche wie Industrie 5.0, Luft- und Raumfahrt, Gesundheitswesen, Bildung, Tourismus und Mobilität.
Manchmal erweisen sich die Ozeane der Ungewissheit als Quellen der Chance. Sie ermöglichen es, die eigene Umgebung neu zu betrachten, vorhandene Stärken zu erfassen und neue Handlungs- und Innovationsfelder zu erschließen. Denn Europa schöpft seinen Reichtum aus der Vielfalt, die in seinen Grenzregionen entsteht.
Die digitale Innovation hat die Schaffung eines „Binnenmarktes“ inspiriert: Lasst uns einen „Kreativmarkt“ in der Großregion ins Leben rufen, in dem Ökosysteme nicht mehr nebeneinander existieren, sondern sich miteinander verbinden! Festivals, Inkubatoren und Studios jeder Größe, Künstler, Universitäten, Forschungszentren für XR und künstliche Intelligenz, Europäische Kulturhauptstädte, UNESCO-Kreativstädte und -Kulturstätten, lebendige Labore und Investitionsfonds. Das ist fruchtbarer Boden – die „Greater Creative Region“ gibt es bereits.
Immersive und räumliche Technologien – erweiterte Realität, interaktive Umgebungen, lebendiges Kulturerbe, immersives Kino – bilden das Alleinstellungsmerkmal unserer Region auf europäischer Ebene. Hier bündeln sich Forschungs- und Produktionskapazitäten; hier ist der Innovationstransfer in Industrie, Gesundheit und Bildung am konkretesten.
Denn wenn „Innovation die Fähigkeit ist, Dinge zu verändern“, so der Philosoph Luc de Brabandère, dann ist „Kreativität die Fähigkeit, die eigene Sicht auf das bereits Vorhandene zu verändern“ und neue Realitäten zu schaffen.
Die Arbeit hat bereits begonnen: Bestandsaufnahme unserer Stärken, Weiterentwicklung beruflicher Mobilität, koordinierte Strategien zur Steigerung der Zahl und des Umfangs EU-kofinanzierter Projekte in der Großregion.
An diesem UNESCO-Welttag der Kreativität und Innovation: Let’s go with the flow of digital creativity – lasst uns gemeinsam die Kreative Großregion aufbauen!
Partnerinnen und Partner:
Die Kreative Großregion ist eine Initiative von fünf Partnern im Rahmen der wallonischen Präsidentschaft des Großregion-Gipfels (2025–2026): KIKK und wake! by Digital Wallonia (Belgien), Hitt XR Wallonia (Belgien), 1535° creative hub in Differdange (Großherzogtum Luxemburg), die Region Grand Est (Frankreich) sowie K8 (Saarland, Deutschland). Noch zu bestätigen: Film- und Medienforum (Rheinland-Pfalz, Deutschland).
Mehr über wake! by Digital Wallonia: www.wake-collective.be